Klimaresilienz für Gebäude und Quartiere

Qualifizierungsseminar der Donau-Universität Krems vermittelt systemischen Ansatz und aktuelle Forschungsergebnisse an PlanerInnen, ArchitektInnen und Baubranche

15.01.2021

Der Gebäudesektor bildet einen effektiven Hebel für einen wichtigen Beitrag zur Erreichung von Österreichs Klimazielen. Gleichzeitig bietet er die Möglichkeit, den bereits deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawandels und den damit verbundenen Herausforderungen zu begegnen. Mit dem von der FFG geförderten Qualifizierungsseminar ClimB! macht das Department für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems ExpertInnen der Gebäude- und Quartiersplanung systemisches Lösungswissen zugänglich. Das Ziel sind klimaresiliente Siedlungen.

Neben Energieerzeugung, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft ist der Gebäudesektor einer der wichtigsten Verursacher von Treibhausgasen. Er ist daher ein wichtiger Hebel für das effektive Ansetzen von Klimaschutzmaßnahmen, um das Pariser Klimaschutzabkommen zu erfüllen und das von der Bunderegierung ausgegebene Ziel eines klimaneutralen Österreichs bis zum Jahr 2040 maßgeblich zu unterstützen. Gleichzeitig steht die österreichische Baubranche durch bereits stattfindende Klimaveränderungen vor großen Herausforderungen. Vor allem der Alpenraum ist noch stärker als andere Regionen vom Klimawandel betroffen und WissenschaftlerInnen sagen für die nächsten Jahrzehnte erheblich Veränderungen vorher, etwa die weitere Zunahme an Hitzetagen, vermehrte Starkregenereignisse, aber auch häufigeren Trockenperioden und ein verstärktes Auftreten an Ereignissen wie Muren oder Erdrutsche.

Vorhandene Gebäude und Siedlungen an die veränderten Klimabedingungen anzupassen und Siedlungsräume dabei klimaresilient zu machen, erfordert die Berücksichtigung vieler verschiedener Aspekte: Neben ökologischen Fragen müssen PlanerInnen ebenso soziokulturelle, wirtschaftliche, planerische, technische und rechtliche Aspekte berücksichtigen. Diese unterschiedlichen Handlungsfelder im Zusammenhang zu erfassen, einzuschätzen und effektiv durch Maßnahmen anzusprechen, vermittelt das Qualifizierungsseminar ClimB! So will das Seminar der Donau-Universität Krems den Herausforderungen eines klimagerechten Sektorenumbaus auf mehreren Ebenen begegnen.

Forschungsbasierte Weiterbildung

In das Qualifizierungsseminar fließen das Wissen und die Forschungserkenntnisse des Departments für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems ein. Diese umfassen unter anderem bauklimatische Fragestellungen, Themenbereiche wie grüne Infrastruktur und Ökosystemleistungen sowie Wechselwirkungen zwischen Menschen und gebauter Umwelt. Dabei fokussiert ClimB! insbesondere auf Bestandsstrukturen und Möglichkeiten, diese an klimatische und gesellschaftliche Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Neben der notwendigen Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit spricht „ClimB!“ gezielt Frauen in der Baubranche an. Deren Anteil lag bei Arbeitgeberunternehmen im Fachverband Bau im Jahr 2019 bei lediglich 10,5 Prozent.

Der inhaltliche Fokus von ClimB! liegt auf den systemischen Wechselwirkungen innerhalb eines Quartiers – also Wirkungen zwischen Gebäuden, Freiräumen und ihren NutzerInnen. Folgende maßgeblichen Themenschwerpunkte und deren Zusammenhänge wurden vom Projekt-Entwicklungsteam unter Leitung von Christina Ipser mit Unterstützung von Gregor Radinger und Christine Rottenbacher identifiziert, sie bilden die Lehrinhalte:

  • Klimawandel, Bauen und Klimapolitik
  • Klimaresiliente Raum- und Quartiersplanung
  • Klimagerechte und Klimasensitive Gebäude
  • Klimawandel und soziale Gerechtigkeit
  • Gebäude und Quartier als Lebensraum
  • Methoden der Lebenszyklusbetrachtung
  • Werkzeuge und Methoden zur Partizipation
  • Multifunktionale Integration von nachhaltigen Energiesystemen
  • Interdisziplinäre Projektarbeit: Entwicklung eines Strategie- und Maßnahmenplans zur Steigerung der Resilienz für ein beispielhaftes Bestandsquartier

Ziel des Qualifizierungsseminars: AbsolventInnen erhalten einen ganzheitlichen Überblick über den komplexen Themenbereich klimaresilienter Gebäude und Quartiere. Das Seminar wurde im Blended-Learning Format entwickelt. Es besteht aus einer begleiteten Selbstlernphase mit fünf anschließenden Seminartagen. Aufgrund der aktuellen COVID19-Auflagen wird das Seminar im Online-Lehrformat durchgeführt.

Mit ClimB! fördert die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG die Entwicklung und Pilotierung neuer Weiterbildungsangebote. Die Inhalte sind dabei speziell auf die Bedürfnisse der Wirtschaftspartner des Seminars abgestellt.

 

ClimB! Gebäude und Quartiere im Klimawandel

Projektzeitraum: 01.10.2020 – 31.03.2021

Förderungsgeber: Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG

Konsortialführung: Donau-Universität Krems, Department für Bauen und Umwelt

Projektverantwortliche: Christina Ipser, Gregor Radinger, Christine Rottenbacher

Projektassistenz: Cornelia Rabl-Winter

Projektpartner: raum & kommunikation GmbH, Archicolor e.U., BIMbeam e.U., im-plan-tat Raumplanungs- GmbH & Co KG, DI Karl Grimm - Ingenieurkonsulent für Landschaftsplanung und Landschaftspflege, Agnes Feigl Landschaftsarchitektur e.U., ARCH + MORE ZT GmbH, M27 Finance GmbH, DI Roland Frank Müller - ZT Büro für Bauphysik, AH3 Architekten ZT GmbH

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