14.01.2021

Eine der Folgen der COVID-19-Pandemie ist ein globaler Digitalisierungsschub. Die Dynamik ist aber nicht in allen Staaten gleich stark ausgeprägt. Das Transdisziplinäre Laboratorium für Sustainable Digital Environments an der Fakultät für Wirtschaft und Globalisierung präsentiert mit der Fletcher School der Tufts University, der Medizinischen Universität Wien und der Arizona State University aktuelle Ergebnisse zur Rolle des Vertrauens in die Digitalisierung.

Die Studie „Digital in the Time of COVID – Trust in the Digital Economy and Its Evolution Across 90 Economies as the Planet Paused for a Pandemic“ wurde geleitet von Univ.-Prof. Bhaskar Chakravorti, B.A., M.A., Ph.D., Dean of Global Business der Fletcher School at Tufts University und weltweit führender Forscher auf dem Gebiet der Digitalisierung. In dieser vergleichenden Arbeit wurde neben der etablierten weltweiten Kartierung der digitalen Volkswirtschaften nach dem Digital Intelligence Index der Faktor Vertrauen näher beleuchtet.

Der Digital Intelligence Index gibt einerseits den bereits erreichten Digitalisierungsgrad und andererseits die aktuelle Dynamik des Digitalisierungsprozesses einer Volkswirtschaft wieder. Dabei wird eine Kluft sichtbar zwischen gut entwickelten und dynamischen Nationen (Stand Out), wie den USA und Singapur, und gut entwickelten, aber weniger dynamischen Nationen (Stall Out). Zur zweiten Gruppe zählen die meisten EU-Länder sowie andere entwickelte Marktwirtschaften wie Japan, Australien und Neuseeland. Eine Erklärung für diese Unterschiede in der Dynamik könnte sein,  dass Stall-Out-Länder auf mehr Investitionen in regulatorische und integrative Strategien setzen, während Stand-Out-Nationen im Gegensatz dazu eher eine Laissez-faire Haltung einnehmen. Kurz gesagt tauschen Stall-Out-Länder eine gewisse Dynamik gegen mehr rechtlichen Schutz und Fairness. 

Vertrauen in digitale Dienste macht den Unterschied

Die Untersuchung zeigt angesichts der COVID-19-Situation mit ihren spürbaren Auswirkungen auf die Digitalisierung einen weiteren wesentlichen Unterschied zwischen Stand-Out- und Stall-Out-Ländern auf, der bisher kaum Beachtung fand: das Vertrauen von VerbraucherInnen und BürgerInnen in digitale Dienste, Infrastrukturen und Möglichkeiten. Das betrifft sowohl die Angebote privater Unternehmen als auch staatlicher Stellen.  

Die Unterschiede anhand verschiedener Vertrauensdimensionen, die auf Erwartungen an das regulatorische Umfeld, Erfahrungen, Verhalten und Einstellungen beruhen, werden in „Digital in the Time of COVID – Trust in the Digital Economy and Its Evolution Across 90 Economies as the Planet Paused for a Pandemic“ herausgearbeitet. Die Studie gewährt überzeugende Einblicke in die kollektive Einstellung zu Digitalisierungsprozessen. Sie zeigt die unmittelbare Bedeutung dieser Einstellung für die Zukunft der Digitalisierung allgemein, vor allem aber auch für den Umgang mit den Auswirkungen der Pandemie und zukünftiger, ähnlicher Ereignisse.

 

Online-Präsentation und -Diskussion der Studienergebnisse
Digital in the Time of COVID – Trust in the Digital Economy and Its Evolution Across 90 Economies as the Planet Paused for a Pandemic

Termin:  27. Jänner 2021
Beginn: 17:00 Uhr
Ort:        via Zoom, Zugangsdaten werden nach der Anmeldung zugeschickt
Anmeldung: bis 26. Jänner 2021, 12:00 Uhr, an events.wug@donau-uni.ac.at
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Keynote: Univ.-Prof. Bhaskar Chakravorti, B.A., M.A., Ph.D.

Diskussion mit:

  • Em.Univ.-Prof. DI Dr. Reinhard Posch, CIO der Bundesregierung, A-SIT 
  • Univ.-Prof. Eva Schernhammer, MD, Dr.PH, MPH, MSc, Medizinische Universität Wien
  • Univ.-Prof. Manfred Laubichler, M.A., M.Phil., M.Sc., Ph.D., Arizona State University
  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Parycek, MAS MSc (Deutscher Digitalrat)

Moderation: Univ.-Prof. Mag. Dr. Gerald Steiner, Donau-Universität Krems

Zum Anfang der Seite