GR Grace
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Die Generation Z sei eine durch und durch digitale Generation, die nie eine Welt ohne Internet kennengelernt habe, erklärt Meghan Grace vom Institute of Generational Research and Education. Wie diese Generation denkt, fühlt und handelt, ist Gegenstand ihrer Forschung und Beratungstätigkeit. In ihrem Vortrag auf der CACE-Konferenz widmete sich die US-amerikanische Expertin auch der Frage, wie die Mitglieder dieser Generation für Weiterbildung begeistert werden können.

Grace beginnt mit einer Definition: Eine Generation sei „eine Gruppe von Menschen, die in einem ähnlichen Zeitrahmen geboren sind und ein ähnliches Set an Werten, Verhaltensweisen, Perspektiven und Vorlieben entwickeln“. Technologische, wirtschaftliche, ebenso wie soziale und politische Entwicklungen während ihres Erwachsenwerdens würden eine Generation formen. Diese Entwicklungen zu verstehen helfe dabei, eine Generation zu verstehen, sagt Grace.

Als „Gen Z“ definiert sie jene, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden. Diese Abgrenzung sei allerdings nicht in Stein gemeißelt. Jemand, der am 31. Dezember des einen Jahres geboren wurde, unterscheide sich wahrscheinlich nicht wesentlich von jemandem, der am 1. Jänner des nächsten Jahres zur Welt kam, erläutert die Expertin.

Die Gen Z zeichne sich dadurch aus, dass sie eine „digitale Generation“ sei. Sie sei mit ständiger Internetverfügbarkeit und Smartphones aufgewachsen, was ihr Zugang zu einer Fülle an Informationen verschaffe, wie ihn frühere Generationen nicht kannten. Die Möglichkeit, in Echtzeit von weltweiten Krisen und Katastrophen zu erfahren, habe Einfluss auf ihr persönliches Sicherheitsempfinden. Zudem seien die Mitglieder dieser Generation mit Wirtschaftskrisen und finanziellen Kürzungen aufgewachsen. Sie hätten einen großen Sinn für Themen wie Gleichberechtigung, Fairness und Zugehörigkeit. Auch der Arbeitsmarkt habe sich für die Generation Z spürbar verändert. „Der perfekte Job existiert nicht mehr“, erklärt Grace. Stattdessen müssten junge Menschen ihren Traumjob selbst kreieren und Unternehmergeist mitbringen.

In ihrer Forschung hat Meghan Grace charakteristische Eigenschaften der Generation Z untersucht. Das Ergebnis: Sie sei loyal, achtsam, mitfühlend und verantwortungsbewusst. Darüber hinaus würde sie sich durch Offenheit, Entschlossenheit und Authentizität auszeichnen.

Ein zentrales Thema des Vortrags ist zudem die Frage, was diese Generation motiviert – ein entscheidender Aspekt gerade auch im Kontext der Weiterbildung. Beziehungen seien für die Gen Z von großer Bedeutung, und sie strebe danach, sich für andere einzusetzen. Gleichzeitig sei sie motiviert, sich leidenschaftlich für Projekte zu engagieren, an die sie glaubt. Auch das Streben danach, voranzukommen und ein nächstes „Level“ zu erreichen, spiele eine große Rolle – eine Parallele zu der Tatsache, dass diese Generation mit Videospielen groß geworden sei. 

Abschließend betont Grace: „Nur weil eine neue Generation kommt, müssen nicht gleich alle bisherigen Ansätze über Bord geworfen werden.“ Das sei weder sinnvoll noch realistisch. „Weiterbildungsinstitutionen, zumindest in den USA, sind nicht die Allerschnellsten darin, sich zu verändern.“ Entscheidend sei jedoch, personalisiertes Lernen mit der Skalierbarkeit moderner Bildung in Balance zu bringen. Technologie und persönliche Lernerfahrungen sollten ausgewogen kombiniert werden, ebenso wie intellektuelle Beschäftigung und die Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt.

Dabei gelte es, die Vorlieben der Generation Z bei der Lehre zu berücksichtigen, ohne die Erfahrungen und das Wissen anderer Generationen zu vernachlässigen. „Die Generation Z ist nicht allein im Seminarraum“, betont Grace. Zum Abschluss teilt sie ein Zitat einer Studentin der Gen Z: „Wir sind zugleich Träumer und Macher.“ Diese Generation wolle eine sauberere, effizientere Welt schaffen und lege großen Wert auf Verbindungen – genau das mache sie so besonders.

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